Saatgut richtig lagern

Die Haltbarkeit von Saatgut

Für die Haltbarkeit von Sämereien spielen verschiedene Faktoren einen wichtigen Einfluss. Wichtig ist es vor allem die Samen richtig zu lagern um die Keimfähigkeit der Saat zu erhalten. Sie zeigt an, dass ein Samen in der Lage ist zu Keimen. Für eine lange Haltbarkeit des Saatgutes gilt es also die Keimfähigkeit der Samen so hoch zu halten wie möglich.

Wie lange sind Samen keimfähig?

Das Saatgut an sich sieht nicht lebendig aus. Doch die Ruhe der Samen ist eher als Dornröschenschlaf zu verstehen, denn innerhalb des Kornes laufen verschiedene Prozesse ab um eine mögliche Keimung vorzubereiten, sobald der Startschuss dafür fällt. Diese Prozesse benötigen Energie. So wundert es nicht, dass das Saatgut im Laufe der Lagerung seine Kraft verliert bis es bei einer Überlagerung als taub, also nicht mehr keimfähig, gilt. Die Keimfähigkeit mancher Pflanzensamen reicht bei günstiger Lagerung von einem Jahr bis zu mehreren Jahrzehnten. Kräuterwie Schnittlauch oder Bohnenkraut bleiben meist nur für ein oder zwei Jahre keimfähig. KarottenErbsenFenchel und verschiedene Zwiebelgewächse können rund drei Jahre einsatzbereit bleiben. Im mittleren Feld bewegen sich die Samen von GurkenKohlRoter Beete oder Zucchini – sie können bis zu fünf Jahre gelagert werden. Besonders langlebig sind die Samen der Wildpflanze Sommerportulak, die ihre Keimfähigkeit bis zu 40 Jahre lang erhalten kann.

Samen richtig aufbewahren – wissenswerte Tipps:

Am besten lässt sich gut gereinigtes und getrocknetes Saatgut aufbewahren, wenn man dafür einige Tipps beachtet.

1. Die Temperatur

Generell sollten Samen bei niedrigen Temperaturen, möglichst um die 10°C oder darunter aufbewahrt werden. Hierfür eignen sich beispielsweise Kellerräume, sofern nicht stark beheizt. Dachböden sind aufgrund der starken Temperaturwechsel kein guter Aufbewahrungsort für Saatgut, ebenso wie Gartenlauben.

2. Das Klima

Die Raumluft sollte konstant trocken sein, weshalb Keller mitunter keine gute Wahl sind. Feuchtigkeit kann sonst die Bildungen von schädigenden Pilzen begünstigen.

3. Das Gefäß

Das Saatgut sollte in einem luftdichten Behältnis wie Einweckgläsern, Marmeladengläsern oder ähnliches aufbewahrt werden. Um die Luftfeuchtigkeit bei der Lagerung der Samen möglichst niedrig zu halten, kann ein Silizium-Gel eingebracht werden (gibt es in der Drogerie). Je weniger Kontakt die Samen mit Luft und Feuchtigkeit haben, umso länger sind sie haltbar. Bei der Wahl des richtigen Gefäßes gilt es zudem darauf zu achten, dass es mäusesicher ist. Die kleinen Nager fressen gerne Samen und können die mühevoll gewonnenen Sämereien in kurzer Zeit unbrauchbar machen. Auch Bohnenkäfer oder Mehlmotten werden durch den Einsatz von Gläsern abgehalten, die Körner zu verunreinigen.

4. Der Ort

Die Gefäße mit dem Saatgut sollten am besten dunkel stehen. Die Gefäße können auch in Papptüten oder Kisten untergebracht werden um den Lichteinfall so gering wie möglich zu halten.

5. Übersichtlichkeit

Die Gefäße mit den Samen der jeweiligen Pflanzen sollten sorgfältig beschriftet werden. Werden die Gefäße später in Kartons gestellt, kann eine weitere Sortierung erfolgen um Übersichtlichkeit zu schaffen. Hier kann beispielsweise nach Aussaatmonat oder nach Art von Blattgemüse bis hin zum Fruchtgemüse oder anderen Unterscheidungsmerkmalen sortiert werden.

Kann man Saatgut einfrieren?

Samen können in der Tiefkühltruhe lange Lagerzeiten überstehen – je nach Pflanzenart zwischen zehn und zwanzig Jahren bei -18 °C. Dafür muss das Saatgut jedoch sehr gut gereinigt und vor allem sehr trocken sein, da der Keimling sonst geschädigt wird. Um eine optimale Trocknung zu erreichen werden die Sämereien über Silikat-Gel getrocknet. Im Anschluss müssen sie in metallbeschichtete Säckchen unter Vakuum eingeschweißt werden.

Sämereien kaufen – was sagt das Haltbarkeitsdatum?

Das Haltbarkeitsdatum auf einer Tüte gekaufter Samen zeigt an, wie lange die Keimfähigkeit der Saat garantiert wird. Dies gilt jedoch nur, wenn das Saatgut sachgemäß gelagert wurde, was meist weder beim Discounter, bei Gartencentern noch bei Baumärkten möglich ist. Äußere Einflüsse, wie eine hohe Luftfeuchtigkeit und warme Temperaturen im vergangenen Sommer können den Samen zusetzen. Hilfreich kann hier ein Blick auf das Abfülljahr sein, das meist ebenfalls auf die Tüte gedruckt wird. Es empfiehlt sich eine Saatguttüte zu wählen, die möglichst frisch abgefüllt wurde. So ist eine höhere Keimfähigkeit des Saatgutes wahrscheinlicher.

Tags: Pflege
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  • Sehr gut auf den Punkt gebracht!

    Vielen Dank für die sehr gute Zusammenfassung!
    Den Tipp mit den Marmeladengläsern werde ich dankbar aufnehmen. Bisher war es mehr oder weniger ein Zufall bei mir, ob die Samen des Vorjahres keimten....
    Jetzt weis ich warum...