Rosenduft Teil 2 - Rosenoel

Jede Blüte hat ihren Duft.

– Türkisches Sprichwort

Rosenöl ist das ätherische Öl, das aus den Blütenblättern gewonnen wird. Dies geschieht entweder durch Wasserdampf-Destillation, oder durch Solventen-Extrakt und CO2-Extrakt.

Die Gewinnung

Rosenöl ist neben Jasmin, das in der Parfümerie am meisten gebräuchliche Blumenextrakt. Es ist allerdings auch sehr teuer. Das liegt daran, dass man eine Menge Blüten braucht, um ein wenig Öl zu gewinnen –  drei Tonnen Blüten für einen Liter Rosenöl. Aber damit nicht genug – die Blüten müssen zwischen Morgendämmerung und bis etwa 10 Uhr morgens per Hand geerntet werden. Etwa 20 bis 25 kg pro Tag kann eine Person ernten. Dann müssen die Blüten schnell zur Destillerie, denn jede Verzögerung vermindert die Qualität, wie auch die Quantität des ätherischen Öls.

Bei der Wasserdestillation werden große Destillationsblasen, traditionell aus Kupfer, mit Rosen und Wasser gefüllt. Das Verhältnis ist 1:4. Dann werden die Destillationsblasen zwischen 60 und 105 Minuten geheizt. Der Wasserdampf, sowie das entstandene Rosenöl entweichen und treten in einen Kondensationsapparat ein, wo sie dann in einem Flakon gesammelt werden. Das so erhaltene Öl ist sehr konzentriert und macht nur 20 % des Endproduktes aus. Der Rest wird von den wasserlöslichen Anteilen des Rosenöls ausgemacht, das im Wasser enthalten ist, das ebenfalls verdampft ist und durch Redestillation gewonnen wird. Das so erhaltene ätherische Öl ist normalerweise olivgrün. Rosenöl aus der Solventen- oder CO2-Destillation ist rötlich braun.

Bei der Herstellung von Rosenöl entsteht auch ein Beiprodukt – das Rosenwasser. Dieses ist bei weitem billiger als das Rosenöl und findet vor allem in der Küche Verwendung, vor allem für Nahöstliche Speisen.

Sowohl die Solventen- als auch die CO2-Destillation kann bei niedrigeren Temperaturen erfolgen und ermöglicht es daher, den Duft der Rosen besser zu erhalten, denn bei der Erwärmung in der Wasserdestillation werden einige chemische Elemente des Rosenöls aufgespalten und verändert. Da aber die Ausrüstung teurer ist, macht dieses Element auch das so gewonnene Rosenöl teurer.

Ein Liter Rosenöl kann zwischen 3000 und 5000 € kosten. Das hängt davon ab, woher das Rosenöl stammt. ¾ des Bedarfs wird von Bulgarien gedeckt. Den Rest machen Rosenöl aus der Türkei, Iran und Marokko aus.

Zwei Rosen werden hauptsächlich für die Produktion von Rosenöl verwendet: Damaszenerrosen und Zentifolie-Rosen.

Historisches

Interessanterweise belegen alte Dokumente, dass der Beginn des Rosenöls im antiken Griechenland zu suchen ist. Die Griechen fügten es ihrem Wein zu. Allerdings liegen die Anfänge der Rosendestillation in Persien. Der berühmte persische Dichter Omar Khayyam soll einem seiner Schüler gesagt haben, er wolle dort begraben werden, wo der Nordwind Rosenblätter über sein Grab streuen könne. Heute ist das Hauptanbaugebiet von Rosen im Iran Kashan, wo jedes Jahr zwischen May und Juni zahlreiche Rosenfestivals und –zeremonien stattfinden, sowie Touristen die Rosenernte als organisierte Tour buchen können.

Eine Legende besagt, Pilger nach Mekka hätten die Damaszenerrose von Persien nach Marokko gebracht. Tatsache ist, dass die Franzosen die Damaszenerrose 1938 nach El-Kelâa M’Gouna brachten, noch heute das Tal der Rosen genannt, wo sie eine Destillerie für Rosenöl bauten. Noch heute feiert man die Rosenernte drei Tage lang mit der Wahl der Rosenkönigin.

In der Türkei wird seit dem 17. Jahrhundert Rosenöl hergestellt, und zwar in der südwestlichen Türkei, zwischen Burdur und Isparta. Kurze Zeit später begann auch in Bulgarien der Rosenanbau. Die Region zwischen Kasanlak und Karlowo ist die bedeutendste Anbauregion zur Gewinnung von Rosenöl. Örtliche Bauern stiegen sogar vom Anbau der Weinrebe auf die Rose um.

Die Türkei läuft langsam Bulgarien den Titel als Rosenöl-Produzent ab. Allerdings ist hier von Quantität die Rede, nicht von Qualität. Aus unbekannten Gründen ist das Rosenöl aus Bulgarien besserer Qualität. Daher wird das Rosenöl aus der Türkei meist für massenproduzierte Parfüms eingesetzt, während sich das Öl aus Bulgarien etwa in Channel Nr. 5 findet.

Die bemerkenswerteste Eigenschaft von Rosenöl ist aber, dass es mit der Zeit nicht an Qualität und Duft einbüßt.

Rosenöl selber gewinnen

Hier noch ein Bonbon für Sie – ein Rezept, um Ihr eigenes Rosenöl zu gewinnen. Sie brauchen saubere Rosenblüten, ohne Pestizide, Wasser und Eis.

Stellen Sie eine kleine Auflaufform, ein großes breites Glas oder eine kleine Schüssel in einen großen Topf. Füllen Sie die Auflaufform zu ¾ mit Wasser, um diese zu beschweren und stellen anschließend einen Suppenteller auf die Auflaufform. Legen Sie nun die Blütenblätter in den Topf und füllen Sie diesen soweit mit Wasser, dass die Auflaufform mit dem Suppenteller noch stabil stehen und das Wasser, auch wenn es kocht, nicht in den Suppenteller schwappt.

Bringen Sie das Wasser zum Kochen. Wenn es kocht, schalten Sie die Hitze herunter, so dass der Rosenblütensud nur noch leicht köchelt. Platzieren Sie dann eine Edelstahlschüssel auf dem Suppentopf. Sie sollte groß genug sein, um den Topf zu bedecken, aber flach genug, so dass die Unterseite über dem Rand des Suppentellers liegt. Füllen Sie die Edelstahlschüssel mit Eis.

Lassen Sie dies etwa 3 Stunden köcheln und füllen Sie ggf. ein wenig Wasser nach.

Während die Mischung kocht, steigt die Hitze hoch und trifft auf die kalte Edelstahlschüssel. So wird der Dampf kondensiert und tropft in den Suppenteller. Das Eis muss gewechselt werden, sobald es schmilzt. Wenn alles destilliert ist, befindet sich im Suppenteller das Rosenwasser mitsamt dem Rosenöl. Sie brauchen nur beide voneinander zu trennen und schon haben Sie sowohl Rosenwasser als auch Rosenöl.

Wie empfehlen hierfür die Historische Rose Comte de Chambord

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