Einheimische Gehölze für den Garten

Die heimischen Laubgehölze sind ein fester Bestandteil des Jahreszyklus in Mitteleuropa. Die meisten von ihnen bringen alljährlich im Frühling ihre zarten Knospen und zauberhaften Blüten hervor, die von Hummeln und Schmetterlingen umschwärmt werden. Im Sommer begeistern sie durch ihr sattes Grün, das Schatten spendet. Saftige Beeren und Früchte bieten die Sträucher und Bäume dann im Spätsommer und Herbst für Mensch und Tier. Die rot und gelb gefärbten Blätter der heimischen Gehölze zeigen an, dass die warme Zeit des Jahres vorbei ist und der Winter einsetzt. Dann wird erneut sehnsüchtig darauf gewartet, dass die ersten grünen Knospen erscheinen. Aus einem Garten sind die gebietseignen Sträucher und Bäume nicht wegzudenken – zumal ihre Pflege viele Vorteile mit sich bringt.

Vorteile heimischer Laubgehölze im Garten

In den meisten Gärten sind heimische Pflanzen zu finden, die sich dadurch auszeichnen, dass sie bereits seit vielen Generationen in einem Gebiet erfolgreich wachsen. Sie sind nicht züchterisch behandelt und kommen in der regionalen Natur wild vor.

1. Filtern Staub und schaffen Sauerstoff

Einige einheimische Laubgehölze eignen sich für das Anpflanzen als Hecke. So können sie nicht nur zuverlässig vor Wind und fremden Blicken schützen, sondern auch den Staub abhalten. Zudem sorgen sie für frischen Sauerstoff.

2. Halten Lärm ab

Als Hecken gepflanzte Laubgehölze können durch ihre Blätter den Lärm abhalten. Das macht sie beispielsweise für den Einsatz zwischen Nachbarsgrundstücken oder in Vorgärten beliebt.

3. Robustheit

Die meisten heimischen Laubgehölze zeichnen sich durch eine hohe Robustheit und Unempfindlichkeit aus. Sie sind an die Klima- und Bodenbedingungen vor Ort angepasst. Auch im Winter benötigen sie im Allgemeinen keinen besonderen Schutz.

4. Wenig Pflege nötig

Die gebietseigenen Gehölze benötigen in vielen Fällen weniger Pflege (beispielsweise keinen Winterschutz). Bei kleineren Gärten sollte zu kleinbleibenden Sträuchern gegriffen werden, dann müssen diese nicht so oft geschnitten werden.

5. Dünger wird weniger benötigt

Da die Wildpflanzen der Region gut an ihren Standort angepasst sind, benötigen sie bei durchdachtem Einpflanzen an passendem Standort meist kaum Dünger oder Spritzmittel. Oft erweisen sich diese Pflanzen auch als widerstandfähig gegen Krankheiten oder Schädlinge. Das Laub heimischer Gewächse lässt sich kompostieren und kann als organischer Dünger aufgebracht werden. So bleiben die Nährstoffe im Garten erhalten und müssen nicht als künstlicher Dünger zugekauft werden. Das Laub einiger exotischer Pflanzen hingegen vergeht auf dem Kompost kaum und die nicht angepassten Mikroorganismen können es nur schlecht verwerten - es ist wertlos für den Garten und muss unter Umständen separat entsorgt werden.

6. Mit heimischen Laubgehölzen Geld sparen

Die einheimischen Gehölze zeichnen sich durch eine hohe Wirtschaftlichkeit aus, denn sie besitzen aufgrund ihrer Angepasstheit meist auch eine hohe Erfolgsquote beim Anwachsen. Das Aufbringen von Mutterboden ist meist nicht nötig. In einigen Fällen sind Sträucher oder Bäumchen aus der Region im Einkauf sogar preiswerter.

Einheimische Gehölze als Lebensraum für Tiere

In einer heimischen Stieleiche leben laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) 300 verschiedene Insekten und 28 Vogelarten. Für die Tiere bieten heimische Laubgehölze Nahrung und Schutz. Hier besteht ein über lange Zeit erfolgreich eingespieltes und verflochtenes Ökosystem zwischen Flora und Fauna. Während bei vielen eingeführten Pflanzenarten, die Früchte in mitteleuropäischem Klima nicht ausreifen können, bieten die in der Region ansässigen Gehölze Vögeln und Insekten Nahrung. Einige Zuchtformen der Wildpflanzen sind unfruchtbar und bilden gar keine Früchte aus. In manchen Fällen kann es auch vorkommen, dass exotische Pflanzen zwar Früchte ausbilden, diese aber in der vorherrschenden Tierwelt keinen Abnehmer finden, weil eine entsprechende Spezialisierung fehlt. Zusätzlich bieten heimische Sträucher und Bäume vielen Tierarten auch Schutz. Sie können dort ihre Nester bauen, sich verstecken oder werden durch Dornen vor ihren Feinden geschützt.

Welche einheimischen Laubgehölze eignen sich für den Garten?

Je nach Größe des Garten, seiner Bodenbeschaffenheit und der Intensität der Sonneneinstrahlung eignen sich verschiedene gebietseigene Sträucher und Bäume für die Pflege im Garten. Zu ihnen zählen unter anderem:

1. Schlehe

Die Schlehe, auch Schwarzdorn genannt, bietet Schutz vor dem Wind und wird von Vögeln gerne als Rückzugsort genutzt. Ihre weißen Blüten erscheinen früh im Jahr und ihre Früchte lassen sich hervorragend zu Marmelade und anderen Köstlichkeiten verarbeiten. Für eine Wildfruchthecke eignet sich zudem die ebenfalls heimische Haferschlehe.

2. Hundsrose

Die Rosa Canina ist nicht nur wegen ihrer zart duftenden weißrosafarbenen Blüten beliebt, sondern auch wegen ihrer roten Hagebutten. Sie können zu Marmeladen oder Gelees verarbeitet werden.

3. Weißdorn

Der heimische Weißdorn kann dichte Hecken bilden und schützt so nicht nur vor den Blicken der Nachbarn, sondern auch vor dem Wind. Er trägt kleine Früchte und ist eine typische Landschaftspflanze in Deutschland.

4. Pfaffenhütchen

Das Pfaffenhütchen bietet im Herbst durch seine Früchte den Vögeln eine wertvolle Nahrung und eignet sich auch hervorragend für herbstliche Dekorationen.

5. Feldahorn

Dieses einheimische Gewächs gilt als ökologisch besonders wertvoll und wurde zum Baum des Jahres 2015 gewählt. Der Feldahorn wächst schnell und ist sehr robust.

6. Verschiedene einheimische Bäume, wie:

  • Erle
  • Bruchweide
  • Eiche
  • Linde
  • Aschweide
  • Ulme

Einheimische Laubgehölze im Garten pflegen

Die Pflege der heimischen Gehölze ist meist recht leicht, sie stellen nur wenige Ansprüche.

1. Kein Düngen

Die Sträucher und Bäume benötigen selten Dünger, da sie meist ausreichend Wurzeln ausbilden um alle Nährstoffe aus dem Boden zu erhalten.

2. Kaum Gießen

Auch das Gießen entfällt in den meisten Fällen aufgrund der tiefreichenden Wurzeln. Aber auch hier muss in trockenen Jahren nachgeholfen werden.

3. Regelmäßiger Schnitt

Wichtig bei der Pflege der gebietseigenen Arten ist jedoch der regelmäßige Schnitt. Hierbei handelt es sich weniger um einen Formschnitt als um ein Auslichten.

4. Abgefallenes Laub ist erwünscht

Im Herbst muss das Laub heimischer Gehölze nicht entfernt werden, es kann beispielsweise einfach unter der Pflanze zusammengeharkt werden. Es bildet einen Kälteschutz, wird zu Humus und verbessert die Bodenqualität.

Regionaltypische Artenvielfalt erhalten

Eine Landschaft wird nicht nur durch ihre geografischen Gegebenheiten, wie Berge oder Seen, gekennzeichnet, sondern auch durch typische Gewächse. Alleen und Baumreihen, Feldhecken und Pflanzen in sumpfigen Gebieten – sie prägen die Landschaft mit ihren Formen und Farben. Die lokalen Natur- und Kulturlandschaften bieten Raum für Erholung, lange Fahrradtouren, Spaziergänge, Picknicks und vieles mehr. Um das typische Aussehen einer Region zu erhalten und die Artenvielfalt zu fördern, ist der Anbau heimischer Laubgehölze eine gute Wahl. Sie fügen sich passend in das Gesamtbild ein. Dies gilt außerhalb der Stadt noch mehr, als in Ballungszentren. Exotische, eingeführte Pflanzenarten können sich mitunter ungehindert vermehren und heimische Laubgehölze verdrängen. Auch eine ungewollte Hybridisierung oder der Einsatz verschiedener Zuchtformen können zu einem Rückgang der gebietseigenen Bäume und Sträucher führen. Um die Biodiversität zu erhalten und die empfindlichen Ökosysteme nicht zu gefährden, verpflichtet das Bundesnaturschutzgesetz Gemeinden und Städte zu Maßnahmen, um die Ausbreitung und Ansiedlung gebietsfremder Pflanzenarten zu vermeiden und die Pflege heimischer Laubgehölze anzustreben.

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