Organischer Dünger – Naturkraft im Garten

Die natürlichen Düngemittel blicken auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück die bis vor rund 3000 Jahre v. Chr. belegt werden kann. Traditionell wurden die organischen Dünger auf den minoischen Äckern eingesetzt und waren später auch bei den antiken Römern bekannt. Die organischen Dünger aus natürlichen Rohstoffen bieten Pflanzen ein vielseitiges Nährstoffangebot. Sie sorgen für eine verbesserte Versorgung des Bodens mit hochwertigem Humus. Die Biodünger können Nährstoffverluste durch zehrende Pflanzen ausgleichen und das Bodenleben aktivieren. Dies wirkt sich positiv auf die Pflanzengesundheit und das Wachstum aus. Organische Dünger gelten als natürlich. Sie besitzen eine lange Wirkdauer und werden weniger ausgewaschen als mineralischer Dünger. Wer im eigenen Garten auf einen biologischen Anbau setzen möchte, kann auf die organische Düngung nicht verzichten.

Die Vielfalt organischer Dünger

Besonders interessant ist für viele Gärtner die Tatsache, dass sich einige der Naturdünger relativ leicht selbst herstellen lassen. Im Gegensatz zu mineralischen Düngern liegen die Nährstoffe im organischen Dünger nicht in ihrer reinen Form vor, sondern sind in die Überreste von Tieren und Pflanzen eingebaut.
  • Stallmist: ist eine Mischung aus tierischen Exkrementen, beispielsweise von Rindern, Pferden, Schafen oder Geflügel, sowie deren Einstreu. Dieser kann frisch oder in getrockneter Form (als Pellets) eingesetzt werden.
  • Gülle: diese organischen Dünger bestehen aus den flüssigen oder verflüssigten Exkrementen von Tieren. Gülle wird im privaten Garten nicht genutzt, ist jedoch in der Landwirtschaft wegen ihrer schnellen und guten Wirkung beliebt. Das Düngemittel enthält hohe Nitratmengen.
  • Pflanzenjauche: sind pflanzliche Sude oder Aufgüsse (beispielsweise aus Brennnessel), die zur Pflanzenpflege und organischen Düngung eingesetzt werden.
  • Guano: hierbei handelt es sich um die Ausscheidungen von Seevögeln, die für ihren hohen Nährstoffgehalt bekannt sind.
  • Gärreste aus Biogasanlagen: diese bestehen meist aus gemischten pflanzlichen Materialien, die kompostiert und fermentiert oder einer anaeroben Gärung unterzogen wurden. Vor der Anwendung sollten Gärtner sich ausreichend informieren, denn vor allem im biologischen Landbau gibt es hier Beschränkungen.
  • Kompost: Kompost besteht aus Bioabfällen (aus Küche, Garten und Grünschnitt), die kompostiert und fermentiert wurden.
  • Tiermehl: aus verschiedenen Schlachtabfällen von der Haut über das Fell bis hin zu Knochen, Gräten und Blut werden Tiermehle gefertigt. Sie weisen unterschiedliche Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor auf.
  • Hornspäne und Hornmehl: die beiden organischen Stickstoffdünger werden aus den Hörnern und Hufen von Nutztieren wie Rindern gewonnen.
  • Algensaft: für die Herstellung des Algensaftes werden Algen gepresst. Die so gewonnene Flüssigkeit kann als Dünger genutzt werden.
Die organischen Dünger werden auch als Biodünger bezeichnet. Um in der biologischen Landwirtschaft nutzbar zu sein, müssen die Ausgangsstoffe der Dünger ebenfalls aus biologischer Bewirtschaftung stammen.

Nährstoffkreislauf: Wirkweise von Naturdünger

Das Besondere an den organischen Düngern ist ihre ausgefeilte Wirkweise, die für eine langfristige Verbesserung und Nährstoffversorgung des Bodens sorgt.
  1. Während anorganische Dünger den Pflanzen sofort zur Verfügung stehen, müssen organische Dünger durch die im Boden befindlichen Mikroorganismen zunächst zersetzt werden.
  2. Dabei werden die Nährstoffe Stück für Stück durch den biologischen Prozess frei.
  3. So stehen sie den Pflanzen über einen längeren Zeitraum in gleichmäßiger Menge zur Verfügung.
  4. Durch die Vorgänge bei der Zersetzung des organischen Düngers wird hochwertiger Humus gebildet der die Struktur des Bodens verbessert, Wasser und Nährstoffe speichern kann und für eine Durchlüftung sorgt.
  5. Mit Biodünger ist eine Überdüngung aus diesem Grund nahezu ausgeschlossen und bei sachgemäßer Verwendung sind auch keine „Verbrennungen“ an den Pflanzen zu erwarten. Zudem waschen sich die Nährstoffe weniger aus, es muss weniger Nachgedüngt werden – das spart Geld und schont die Umwelt.
Das Ziel der organischen Düngung ist es, den natürlichen Nährstoffkreislauf aufrecht zu halten. Tiere und Pflanzen geben ihre aufgenommenen Nährstoffe ab, diese werden wieder in eine nutzbare Form umgewandelt und können dann jungen Pflanzen zur Verfügung stehen. Jene wiederum werden von den Tieren gefressen oder landen auf dem Kompost – so schließt sich der Kreis und die wertvollen Nährstoffe bleiben erhalten.

Einsatzgebiete der organischen Dünger

Die Biodünger eignen sich für Obst- oder Gemüsegärten und Ziergärten gleichermaßen. Organischer Rasendünger kann auch Grünflächen mit hochwertigem Humus und Nährstoffen versorgen. Eingesetzt werden die Produkte sowohl bei der Aussaat als auch bei Neu- und Umpflanzungen. Die meisten Pflanzen erfreuen sich an einer organischen Düngung. Unbedingt zu beachten ist dabei der Nährstoffgehalt des Düngers. So reicht beispielsweise starkzehrenden Pflanzen eine alleinige Düngung durch Kompost nicht aus, hier müssen weitere Naturdünger zum Einsatz kommen um das gesamte Nährstoffspektrum abzudecken. Azaleen, Petunien und einige weitere Pflanzen bevorzugen einen sauren Boden und sollten nicht mit Kompost gedüngt werden. Welcher organische Dünger sich für welche Pflanze eignet, muss vor dem Einsatz in Erfahrung gebracht werden. Im Fachhandel finden sich Mehrnährstoffdünger, die verschiedene Naturdünger miteinander zu einem organischen Handelsdünger mit breiter Wirkung vereinen.
Wann ist eine natürliche Düngung nicht geeignet?
  • Biodünger eignen sich in den meisten Fällen nicht für den Einsatz an Zimmer- und Kübelpflanzen. Organischer Flüssigdünger kann jedoch eingesetzt werden.
  • Naturdünger weisen schwankende Nährstoffwerte auf, das erschwert die Düngeplanung.
  • Aufgrund der Langzeitwirkung können akute Mangelsituationen mit dem traditionellen organischen Dünger nicht kurzfristig behoben werden. Hier kann mitunter ebenfalls organischer Flüssigdünger zum Einsatz kommen.

Warum werden Naturdünger eingesetzt?

Die Wirkweise verschiedener Dünger wurde im Laufe der Zeit vielfach untersucht. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde dann das Minimumgesetz von Carl Sprengel und Justus Liebig populär. In diesem beschreiben die Forscher, dass eine Pflanze nur so gut wachsen kann, wie ihre knappste Ressource es zulässt. Neben einem Mangel an Sonnenlicht oder Wasser, kann sich also auch eine Unterversorgung mit Nährstoffen negativ auf das Wohl der Pflanze auswirken. Später wurde das Gesetz noch erweitert, doch bereits diese Grundlage macht deutlich, wie wichtig die richtigen Nährstoffe für ein gesundes Pflanzenwachstum und eine gute Ernte sind. Bei der Gartenpflege ist es also kaum möglich, gänzlich auf den Einsatz von Düngemitteln zu verzichten. Reduziert werden kann der Bedarf unter anderem durch die Wahl einer zur Bodenbeschaffenheit und zum Standort passende Pflanzenart. Ergänzend können natürliche Düngemittel zum Einsatz kommen um den Nährstoffkreislauf aufrecht zu halten. Organische Dünger belasten in vielen Fällen bereits bei der Herstellung die Umwelt weniger als Kunstdünger, der oftmals unter hohem Energieeinsatz produziert wird. Da die Inhaltsstoffe im künstlichen Dünger weniger gebunden sind, können sie leichter ausgeschwemmt werden. So landen sie unter anderem in Gewässern und können dort zur Eutrophierung und zur Störung des ökologischen Gleichgewichtes beitragen. 
Tags: Düngemittel
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