Hornspäne: organischer Dünger für Gartenpflanzen

Der bekannte Hornschrot gilt als natürlicher Dünger im Garten. Früher wurde der organische Horndünger vielfach angewendet und ist dann durch den Einsatz moderner Kunstdünger verdrängt worden. Doch in letzter Zeit gewinnen die Hornspäne wieder an Bedeutung, denn sie sind beispielsweise für eine biologische Düngung geeignet. Der Naturdünger basiert auf einem nachwachsenden Rohstoff, der sich verträglicher auf den Boden auswirkt als künstliche Düngemittel. Aufgrund der organischen Herkunft und der langsamen Wirkung ist eine Überdosierung durch Hornspäne nahezu ausgeschlossen.

Hornspäne mit natürlicher Kraft

Der sogenannte Bio-Dünger gilt als begehrter organischer Stickstofflieferant mit bodenaktivierender Langzeitwirkung. Sein Geheimnis sind sowohl seine organische Herkunft wie auch die besondere Wirkweise.

1. Wie werden Hornspäne und Hornmehl hergestellt?

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Die Hornspäne ist die gröbste Form und gibt Ihre Nährstoffe langsam ab

Der Horndünger wird aus den Hufen und Hörnern von Rindern gewonnen. Die Hornteile werden dafür geschrotet oder fein zermahlen. Durch ihre Herkunft entfällt der sonst recht stechende Geruch vieler anderer organischer Dünger, wie beispielsweise von Rinderdung. Hornspäne werden aufgrund ihrer organischen Basis gerne als Biodünger bezeichnet. Um als richtiger biologischer Dünger zu gelten, müssen sie jedoch von Bio-Schlachtrindern stammen.

2. Was ist der Unterschied zwischen Hornspänen, Hornschrot, Horngries und Hornmehl?

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Das Horngries ist die mittelgroße Form

Die Düngemittel unterscheiden sich in ihrer Korngröße. Während das Mehl sehr fein gemahlen ist, bleiben die Hornspäne größer. Auf diese Wiese verändert sich zwar nicht der Nährstoffgehalt des Düngers, doch die Zeit bis zum Einsetzen der Wirkung wird durch die Korngröße maßgeblich beeinflusst. Gröbere Horndünger sind somit organische Langzeitdünger.

3. Wie lange braucht Horndünger bis er wirkt?

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Das Hornmehl ist die feinste Form und gibt ihre Nährstoffe schnell ab

Die Horndünger benötigen abhängig von der Größe ihrer Bestandteile länger (Späneoder Gries) oder kürzer (Mehl) bis sie wirken. Die Zeit kann zwischen wenigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten liegen. Weitere Einflussfaktoren auf die Wirkzeit sind jedoch auch äußere Parameter wie die Temperatur und die Feuchtigkeit des Bodens, sowie seine Durchlüftung. Um die Zeit bis zur Wirkung zu verkürzen kann dem Horndünger Kompost beigemischt werden, so wird der Vorgang beschleunigt. Reine Hornspäne können eine Langzeitwirkung von rund drei Monaten aufweisen.

4. Welche Nährstoffe bieten Horndünger?

Der organische Dünger besitzt von Natur aus einen sehr hohen Stickstoffgehalt. Dieser Bestandteil gilt als einer der wichtigsten Nährstoffe für Pflanzen, ist jedoch meist nur in geringen Mengen im Boden zu finden. Im Boden verhält sich der Horndünger pH-neutral, der Anteil an Phosphaten und Kalium ist sehr gering. Zwar werden diese Stoffe von Pflanzen benötigt, jedoch reichern sie sich vielfach im Boden an. Hornspäne liefern den wichtigen Stickstoff, ohne den Boden zusätzlich durch hohe Mengen anderer Stoffe zu belasten.

5. Wie wirken Hornspäne?

Die Produkte aus Horn können erst unter Mithilfe verschiedener Bodenlebewesen ihre Wirkung entfalten. Verschiedene Mikroorganismen, Pilze und Bakterien beginnen in der Erde die eingebrachten Hornspäne zu zersetzen und lösen dabei den enthaltenen reinen Stickstoff. Dieser steht dann den Pflanzen zur Verfügung, zudem bildet sich wertvoller Humus.

Hornspäne richtig anwenden

Hornspäne können im Garten sehr vielseitig eingesetzt werden und begeistern durch ihre einfache Anwendung.

1. Einsatzgebiete für Hornspäne

  • Die verschiedenen Horndünger eignen sich im Garten für GemüseObstBodendecker, Hecken und verschiedene Staudenpflanzen. Diese Pflanzen können durch eine Beimischung von Hornspänen profitieren.
  • Da die Produkte aus Horn ausschließlich Stickstoff liefern, müssen sie durch weitere Nährstofflieferanten ergänzt werden um das gesunde Pflanzenwachstum effektiv zu unterstützen. Geeignet sind je nach Ansprüchen der Pflanzen und Bodenbeschaffenheit Kompost, Mist oder Tiermehl. Bei Starkzehrern kommt vor allem Hornmehl zum Einsatz, da dessen Wirkstoffe schneller zur Verfügung stehen.
  • Für Gemüse sollte am besten Hornmehl zum Einsatz kommen, da dieses seine Nährstoffe schneller zur Verfügung stellen kann. Geeignet für den Einsatz von Hornmehl sind unter anderem verschiedene Kohlsorten, aber auch Kürbisse, Auberginen und Gurken.
  • Bei Bedarf können Späne und Mehl auch gemischt werden um sowohl eine kurze, wie auch eine lange Wirkung zu erhalten.
  • Hornspäne können Schnecken vertreiben. Dazu werden sie um die zu schützenden Pflanzen auf die Erde gegeben (nicht einarbeiten).
  • Rindenmulch kommt in vielen Gärten aufgrund seiner vielzähligen positiven Eigenschaften zum Einsatz, entzieht dem Boden jedoch Stickstoff. Aus diesem Grund sollten unter dem Mulch Hornspäne verteilt werden.
  • Hornspäne können auf den Kompost gegeben werden und regen hier die Zersetzung an. Zudem bereichern sie die so entstehende Erde mit wichtigem Stickstoff.
  • Nicht geeignet für den Einsatz von Hornspänen sind Zimmerpflanzen und Kübelpflanzen. Die Horndünger benötigen Bodenlebewesen um ihre Wirkung entfalten zu können. In den Töpfen von Zimmerpflanzen sind diese meist nur in sehr geringen Mengen zu finden. So werden die Nährstoffe nicht gelöst und stehen der Pflanze somit auch nicht zur Verfügung. Die modernen Hydrokulturen eignen sich aufgrund der fehlenden Bodenlebewesen und Schimmelgefahr ebenfalls nicht für den Einsatz von Hornspänen.

2. Zeitpunkt für das Einbringen von Horndüngern

In den meisten Fällen kommen Hornspäne zu Beginn des Jahres im Frühjahr in die Erde. Oft werden sie auch vor der Aussaat oder vor dem Einpflanzen von neuen Pflanzen dem Bodensubstrat beigefügt. Hierfür auf 20 Liter Pflanzsubstrat etwa 30-50 g Hornspäne (eine gut gefüllte Hand) einmischen. Eine Düngung mit Hornprodukten zum Winter ist hingegen nicht nötig, da sowohl die Bodenlebewesen in der „Winterpause“ sind, wie auch die Pflanzen. Die Hornspäne werden kaum verarbeitet, der Stickstoff steht den Pflanzen nicht zur Verfügung und würde aufgrund der Vegetationsruhe auch nicht benötigt werden.

3. Pflanzloch mit Hornspänen anreichern

Werden Bäume oder Sträucher neu in den Garten gepflanzt, kann es sinnvoll sein ihre Langzeitversorgung durch das Einbringen von Hornspänen ins Pflanzloch zu sichern. Nach dem Einbringen sollte unbedingt gegossen werden. Auch für Rosen eignet sich dieses Vorgehen.

4. Horndünger für Saatgut

Vor der Aussaat kann Horndünger in die Saatmulde gegeben werden um die Nährstoffversorgung der jungen Pflanzen zu unterstützen. Auch das Einarbeiten auf größeren Flächen mit einem Rechen ist möglich.

5. Hornspäne oder Hornmehl für den Rasen

Wenn im Frühling die ersten Arbeiten am Rasen anstehen, kann dieser mit Hornspänen als Langzeitdünger versorgt werden. Im Laufe des Sommers kann das Aufbringen von Hornmehl ebenfalls sinnvoll sein, besonders wenn der Rasen Wachstumsschwierigkeiten aufweist.

6. Hornspäne gut in den Boden einarbeiten

Die Horndünger sollten vorsichtig (Wurzeln nicht verletzen) in die Erde geharkt werden. Wenn der Stickstoff aus den Hornprodukten gelöst wird, kann er entweichen und steht den Pflanzen dann nicht mehr zur Verfügung. Um dies zu verhindern, sollten die Hornspäne gut in den Boden eingearbeitet werden (außer bei Grasflächen).

7. Vorsicht bei Haustieren

Hunde fühlen sich von dem Geruch der Hornspäne angezogen. Einige beginnen dann zu graben und verzehren die Hornteile mitunter sogar. Auch wenn reine Hornspäne nicht giftig sind, sollten Hunde keinen Zugang zu dem Produkt haben.

Tags: Düngemittel
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  • Anwendung von Hornspänen

    Ich hätte gerne einen Richtwert für die Aufwandmenge von Hornspänen für Topferde (Tomaten, Paprika, Blumenkästen...). Ich kultiviere Tomaten, Paprika und neuerdings auch Gurken in großen Töpfen, da mein Gewächshaus mit Nematoden verseucht ist. Leider haben die als "Nematodenkiller" angepriesenen Tagetes, Zinnien, Calendula etc. keine Besserung gebracht.

  • Antwort auf Anwendung von Hornspänen

    Hallo,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Auf 20 Liter Erde würden wir 30-50 g Hornspäne empfehlen. Dieses entspricht etwa einer großzügig gefüllten Hand. Wenn es etwas mehr wird ist auch nicht schlimm!
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Team Garten Schlüter

  • sehr informativer Beitrag für den Hobbygärtner

    Klar gegliedert, alle wesentlichen Aspekte rund um die Hornspäne. sehr gut, Lob!!