Stachelbeeren im Garten pflegen – gesund und lecker

Stachelbeer-Baiser-Torte, Stachelbeermarmelade oder Stachelbeerwein – die leckere Frucht eignet sich für viele Einsatzbereiche in der Küche. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird die Stachelbeereals schmackhaftes Beerenobst in den Gärten kultiviert. Sie findet schon in den Aufzeichnungen des Mediziners und Botanikers Tabernaemontanus Erwähnung – unter ihrem ursprünglichen Namen Klosterbeere. Bezeichnenderweise trägt sie ihren modernen Namen aufgrund der harten Dornen, die an ihren Zweigen wachsen. Das Verbreitungsgebiet der Stachelbeere reicht von Europa über Nordafrika bis in das Himalaya.

Die Inhaltsstoffe der gesunden Stachelbeere

In der Küche finden die süßsauren Beeren vielfach Verwendung. Je reifer sie sind, umso süßer ist ihr Aroma – die Stachelbeere besitzt den zweithöchsten Zuckergehalt aller heimischen Beerensorten gleich nach den Weintrauben. Durch den Verzehr von Stachelbeeren soll die Darmtätigkeit angeregt und der Cholesterinspiegel gesenkt werden. Haut und Haare können ebenfalls von den Inhaltsstoffen des Beerenobstes profitieren. Sogar Besenreisern und Krampfadern sollen die kraftvollen Früchte entgegenwirken können. Zudem können Stachelbeeren auch während einer Diät verspeist werden, denn sie besitzen auf 100 g nur 40 Kalorien, wenig Kohlenhydrate und so gut wie kein Fett.

Inhaltsstoffe von Stachelbeeren:

  • Kalium: übernimmt viele wichtige Funktionen in jeder menschlichen Zelle.
  • Calcium: ist wichtig für die Muskelarbeit, sowie für starke Zähne und Knochen.
  • Magnesium: ist ein essentieller Stoff, der unter anderem bei der Konzentration und der Muskelleistung eine Rolle spielt.
  • Phosphor: findet sich unter anderem in Knochen und Zähnen und hat wichtige Funktionen beim Energiestoffwechsel inne.
  • Vitamin C: gilt als Radikalenfänger und Antioxidant.
  • Vitamin E: wird auch als Antisterilitätsvitamin bezeichnet, da es an der Steuerung der Keimdrüsen beteiligt ist.
  • Folsäure: ist essentiell für den menschlichen Organismus und spielt vor allem während der Schwangerschaft eine wichtige Rolle in der gesunden Entwicklung des Kindes.
  • Carotin: sind sekundäre Pflanzenstoffe, die eine zellschützende Wirkung haben sollen.
  • Silizium: das Spurenelement hat vor allem für Haut, Haare und Nägel eine wichtige Bedeutung.

Die Bauchschmerzen, über die einige Personen nach dem Verzehr von Stachelbeeren klagen, können in der dicken Schale der Früchte begründet sein. Sie ist relativ schwer verdaulich. Abhilfe kann das kurze Überbrühen der Beeren mit heißem Wasser schaffen, so wird die Schale erweicht.

Stachelbeeren pflanzen und ernten

Die Stachelbeeren können als Sträucher oder als hochstämmige Version erstanden werden. Zwar sind die Blüten der Pflanzen selbstfruchtend, durch das Einsetzen mehrerer Gewächse kann jedoch der Ertrag der einzelnen Pflanze gesteigert werden. Eine gefürchtete Erkrankung der Stachelbeere ist der Mehltau. Im Handel gibt es inzwischen resistente Züchtungen wie die „Resistenta“.

1. Pflanzzeit für Beerensträucher

Stachelbeeren werden am besten im Herbst eingesetzt. Im Handel ist meist Containerware mit Wurzelballen erhältlich, die auch zu anderen frostfreien Zeiten eingepflanzt werden kann. Aber auch die wurzelnackten Stachelbeerpflanzen sind im Herbst immernoch sehr beliebt, da sie im Vergleich meist etwas günstiger sind, aber in der Qualität keine Einbußen mitbringen.

2. Standort für süße Beeren

Die Stachelbeeren bevorzugen einen sonnigen und windgeschützten Platz, können aber auch im Halbschatten gedeihen. Mitunter können die Pflanzen in sehr praller Sonne sogar verbrennen.

3. Boden

Der optimale Boden für die Stachelbeere ist durchlässig und humos.

4. Pflanzabstand für eine leichte Ernte

Der Abstand zwischen den einzelnen Stachelbeerpflanzen sollte bei strauchig wachsenden Arten über einen Meter betragen, während hochstämmige Stachelbeeren auch mit 80 Zentimetern Abstand eingesetzt werden können.

Garten Schlüter´s Gartentipp:

Größere Pflanzabstände erleichtern die Ernte!

5. Pflanzloch und wässern

Ein ausreichend großes Pflanzloch sollte ausgehoben werden. In dieser Zeit kann die Containerware mit ihrem Ballen in einen mit Wasser gefüllten Eimer gestellt werden um sich vollzusaugen. Anschließend wird die Pflanze eingesetzt, das Loch mit Erde gefüllt, leicht festgetreten und die Pflanze großzügig gewässert.

6. Hochstämmige Stachelbeersorten stützen

Hochstämmige Stachelbeersorten müssen gestützt werden und benötigen einen Pfeiler, sonst können sie bei stärkerem Wind leicht umknicken.

7. Mulchen um den Boden feucht zu halten

Da die Stachelbeere einen feuchten Boden bevorzugt, ist es sinnvoll Rindenmulch aufzubringen. Dafür eignet sich zum Beispiel Pinienrinde.

8. Düngung der Beerensträucher

Im Frühling wird vor der Blüte gedüngt. Nach der Blüte im Mai wird dieser Vorgang wiederholt. Sehr geeignete Dünger sind organischer Natur, dazu zählen Kompost und Hornspäne. Beim Einbringen des Düngers sollte nicht gegraben werden, da die Wurzeln der Stachelbeere sich knapp unter der Erdoberfläche befinden und verletzt werden können.

Garten-Schlüter´s Gartentipp:

Geben Sie Ihren Beerensträuchern alle zwei Jahre Schlüter´s Excello-Basis-Kupfer-Dünger. Dadurch erreichen Sie eine höchstmögliche Resistenz gegen Pilzerkrankungen.

9. Stachelbeere ernten

Werden die Pflanzen regelmäßig ausgelichtet, gestaltet sich die Ernte trotz dornenbesetzter Zweige etwas angenehmer. Im Gegensatz zu vielen anderen Beerensorten können die Stachelbeeren noch grün, also unreif geerntet werden, und reifen dann nach. So lässt sich durch die sogenannte „Grünpflücke“ auch die Erntezeit verlängern – ab Mai lassen sich unreife, ab Juni dann auch reife Früchte ernten. Im Kühlschrank können grün geerntete Früchte bis zu drei Wochen gelagert werden.

Stachelbeeren schneiden und verjüngen

Wird der Stachelbeerstrauch regelmäßig zurückgeschnitten, kann er mehr Energie in die Bildung seiner Beeren stecken. Die Ernte wird durch das Schneiden überflüssiger Zweige zudem erleichtert. Wichtig ist es darauf zu achten, dass frische und alte Zweige sich gleichmäßig über die Pflanze verteilen – so bekommen alle Triebe gleichmäßig viel Licht und Luft. Auf diese Weise kann einem Krankheits- oder Schädlingsbefall entgegengewirkt werden.

1. Ein guter Zeitpunkt um Stachelbeersträucher zu schneiden

Die Zweige der Stachelbeere sollten an einem warmen, nicht zu heißen, Tag zurückgeschnitten werden, an dem es nicht regnet. Der beste Zeitpunkt ist direkt nach der Blüte.

2. Was ist das Ziel beim Stachelbeeren schneiden?

Der Stachelbeerstrauch trägt vor allem an seinen einjährigen Zweigen Früchte. Es gilt, diese bei einem Rückschnitt zu erhalten, während überzählige junge oder alte Triebe entfernt werden.

3. Überzählige Neutriebe entfernen

In jedem Jahr sollten nur sechs bis zehn gesunde und vitale Neutriebe erhalten bleiben. Der Rest wird gekürzt.

4. Alte Triebe entfernen

Wenn die Pflanze ein gewisses Alter erreicht hat, können die zwei oder drei ältesten Triebe entfernt werden. Für sie wird eine entsprechende Anzahl an jungen Zweigen stehen gelassen. Im Laufe der Zeit wird so der Stachelbeerstrauch regelmäßig verjüngt. Nach vier bis fünf Jahren tragen die älteren Zweige der Stachelbeere meist weniger.

5. Vermehrung von Stachelbeeren – so einfach geht’s

Stachelbeersträucher können unkompliziert über verholzte Stecklinge vermehrt werden. Dies geschieht vorzugsweise im Herbst oder Winter. Als Stecklinge eignen sich gesunde Jungtriebe, die beim Rückschnitt entfernt wurden. Sie sollten eine Länge von rund 30 Zentimetern aufweisen und werden direkt unter der Spitze über einer Knospe und am unteren Ende unter einem Auge abgeschnitten. Dieses Ende wird in Anzuchterde gesetzt und gegossen. Im nächsten Frühjahr sollten sich Wurzeln gebildet haben und das Gewächs kann in den Garten gepflanzt werden.

Stachelbeersorten für den Garten

Weltweit sind rund 500 Stachelbeersorten zu finden. Einige der bekanntesten sind unter anderem:

  • ‚Captivator‘: Stachelbeersorte, die im Laufe der Zeit ihre Dornen verliert und robust gegen Mehltau ist.
  • ‚Rolanda‘ und ‚Remarka‘: mit roten, süßen Früchten und Mehltauresistenz.
  • ‚Invicta‘: ebenfalls mehltauresistent und ein echter Klassiker unter den Stachelbeersorten.
  • ‚Crispa Flavia‘: bekommt viele sehr große, dunkelrote Früchte und ist ausgesprochen anspruchslos.

Jostabeere – Verschmelzung von Stachelbeere und Schwarzer Johannisbeere

Schon der Name dieses schmackhaften Beerenstrauches weist auf die Verbindung zwischen Stachel- und Johannisbeere hin, denn sie wird aus den jeweils ersten beiden Buchstaben der Elternpflanzen zusammengesetzt. Die Jostabeere trägt die dunkle Cassis-Färbung der Schwarzen Johannisbeere und den zarten Flaum der Stachelbeere, bleibt aber etwas kleiner als diese und besitzt ein sanft säuerliches Aroma. Sie eignet sich nicht nur zum Naschen, sondern auch für Liköre, Säfte oder Marmeladen.

Tags: Pflege
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