Kartoffeln pflanzen – im Garten oder auf dem Balkon

Pflanzkartoffel Saatkartoffel
Mit Pflanzkartoffeln oder Saatkartoffeln erreichen Sie beim Kartoffeln Pflanzen gute Erfolge

Die schmackhafte Kartoffel lässt sich ganz leicht im Garten oder in einem Kübel auf dem Balkon anbauen. Die sogenannten Erdäpfel sind wegen ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Kartoffelsalat über Püree bis hin zur Kartoffelsuppe sehr beliebt. Das Nachtschattengewächs aus Südamerika fand seinen Weg von den Inkas in die europäische Küche vermutlich im 16. Jahrhundert mit den spanischen Entdeckern und ist heute fast auf der gesamten Erde verbreitet. Die Knolle gilt als eines der bedeutendsten Lebensmittel der Welt und enthält viele Vitamine des B-Komplexes, Vitamin A1, C und E, sowie Folsäure. Mit Mineralstoffen von Calcium, Eisen und Kupfer bis hin zu Magnesium und Zink kann die beliebte Nutzpflanze ebenfalls dienen.

Kartoffelanbau planen und vorbereiten – so geht’s!

Mit kleinen Vorbereitungen kann der Kartoffelnbau im eigenen Garten schnell beginnen.

1. Welche Hilfsmittel benötigt man zum Anpflanzen von Kartoffeln im Garten?

  • Saatkartoffeln oder Pflanzkartoffeln wie die bekannte Linda, die Frühkartoffel Annabelle, die Rosara mit ihrer rötlichen Schale oder die anspruchslose Princess sind geeignete Sorten.
  • Abgetrockneter Kompost und mineralischer Dünger (ggf. weitere Hilfsmittel wie Sand um einen staunassen Boden zu verbessern)
  • Schaufel für Kompost
  • Kultivator
  • Grabgabel zum Auflockern der Erde
  • Rechen für das Einpflanzen
  • Gartenhandschuhe
  • Festes Schuhwerk um Verletzungen zu vermeiden

Garten Schlüter´s Pflanztipp
Speisekartoffeln eignen sich meist weniger gut, da sie oftmals nicht sortenrein sind oder mit Keimhemmern behandelt wurden. Für die Wahl der richtigen Sorte sollte auch das Klima mit einbezogen werden.

2. Wann werden Kartoffeln eingepflanzt?

Kartoffeln werden nach der Keimung in den Garten gesetzt. Die Erde sollte nicht mehr gefrieren. Abhängig von der jeweiligen Region kann dies ca. Mitte April der Fall sein. Frühkartoffeln werden eher eingesetzt. Sollte nach dem Einpflanzen doch noch eine frostige Periode einsetzen, können die Pflanzen durch ein Gartenvlies oder Stroh geschützt werden. Die Vorbereitung für das Einsetzen der Kartoffeln startet jedoch bereits zu Beginn des Jahres, wenn die Kartoffeln vorkeimen.

3. Wo ist der beste Standort für den Kartoffelanbau?

Die Pflanzen mit den schmackhaften Knollen bevorzugen einen sonnigen und warmen Standort. Am besten wurden an diesem Platz in den vergangenen vier Jahren keine Kartoffeln gepflanzt, damit sich Krankheiten und Schädlinge der Kartoffeln nicht weiterverbreiten können. Tomatenpflanzen sollten nicht allzu nah an die Kartoffeln gesetzt werden, da sich die gefürchtete Braunfäule der Tomaten auf die Kartoffeln übertragen kann.

4. Wie ist die beste Bodenbeschaffenheit um Kartoffeln zu setzen?

Die Pflanzen des leckeren Nachtschattengemüses sind recht anspruchslos an das Substrat, am liebsten mögen sie einen sandigen und lockeren Lehmboden. Staunasse Böden vertragen die Kartoffeln nicht – hier müssen umfangreiche Arbeiten zur Verbesserung durchgeführt werden. Vor dem Einsetzen wird der Boden mit einer Grabgabel aufgelockert und mit einem Kultivator durchzogen. Altes Wurzelwerk oder Steine sollten dabei entfernt werden. Um die Kartoffeln mit vielen Nährstoffen zu versorgen, kann der Boden mit mineralischem Dünger und abgetrocknetem Kompost aufgewertet werden, auch ein Unterheben von Mist kann bereits im Vorjahr erfolgen. Eine Überdüngung sollte jedoch vermieden werden. Sie kann zu Krankheitsanfälligkeit, einem veränderten Geschmack und einer verzögerten Reifung führen.

5. Wann können Kartoffeln im eigenen Garten geerntet werden?

Im Allgemeinen werden Kartoffeln geerntet, wenn das oberirdische Grün abgestorben ist. Frühkartoffeln bilden hier eine Ausnahme, denn sie werden bereits eingeholt, wenn sie noch Blüten tragen. Ab Mai sind die ersten selbst angepflanzten sehr frühen Kartoffeln bereit für die Ernte. Einen Monat später sind die frühen Kartoffeln dran und die mittelfrühen Sorten sind ab August erntebereit. Ab September reifen dann die mittelspäten Kartoffeln und zu Beginn des Oktobers sind auch die späten Speisekartoffeln bereit vom Feld geholt zu werden.

Kartoffelanbau im Garten: Schritt-für-Schritt Anleitung

Folgende Tipps und Tricks sorgen für eine erfolgreiche Ernte.

1. Vorkeimung der Kartoffeln

In den Boden werden vorgekeimte Kartoffeln eingesetzt. So lässt sich die Ernte vorziehen und die Kartoffelpflanzen werden meist robuster. Entsprechend vorgezogene Saatkartoffeln gibt es im Handel, doch man kann die Vorkeimung auch leicht selbst durchführen:

  • Die gewünschten Saatkartoffeln werden in eine hölzerne Obstkiste oder einen Obstkarton gegeben, gerne werden diese Kisten zuerst mit Blumenerde gefüllt, auf die die Kartoffeln gelegt werden (Nicht eingraben)
  • Sie werden an einen hellen, kühlen, nicht zu trockenen Standplatz gestellt (ca. 10 – 15 °C)
  • Haben die Keime eine Länge von zwei bis drei Zentimetern, sind die Kartoffeln reif für das Einpflanzen in der Erde

2. Furche ziehen

Am geeigneten Standort mit vorbereitetem Boden wird zu Beginn eine Furche gezogen. Sie sollte rund zehn Zentimeter tief sein. Werden mehrere Furchen nebeneinander angelegt, sollten sie einen Abstand von mindestens 60 Zentimetern besitzen. Gezogen wird die Furche mit der kurzen Seite eines Rechens.

3. Kartoffeln pflanzen

Die gekeimten Kartoffeln werden mit dem Trieb nach oben in die Furche gelegt. Sie sollten einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern bei frühen Kartoffeln und rund 40 Zentimeter bei späteren Kartoffeln zueinander haben. Werden die Pflanzen zu eng gesetzt, bilden sie kleinere Knollen aus.

4. Erdwall bilden

Abschließend wird mit dem Rechen Erde über die Kartoffelfurchen gezogen, so dass sich ein kleiner Erdwall über dem Gemüse bildet.

5. Pflege bis zur Kartoffelernte

  • Im Laufe der Reifung wird der Erdwall bis zur Blüte immer wieder aufgeschüttet. Es sollte immer nur die oberste Triebspitze zu sehen sein. Andernfalls erreichen die neuen Knollen eventuell das Sonnenlicht, sie werden dann grün und ungenießbar
  • Unkräuter müssen regelmäßig entfernt werden
  • Bei Bedarf sollten die Pflanzen gegossen werden

Kartoffeln im Kübel anpflanzen

Die beliebte Nutzpflanze lässt sich auch in Kübeln und Eimern auf dem Balkon oder der Terrasse ziehen. Dafür wird Folgendes benötigt:

  • Saatkartoffeln
  • Eimer oder Kübel mit Abflusslöchern (geeignet sind beispielsweise 10-Liter-Maurereimer aus dem Baumarkt in die Löcher gebohrt werden)
  • Hochwertiges (aufbereitetes) Substrat
  • Drainagematerial, beispielsweise Blähton oder Kies, um Staunässe zu vermeiden

1. Kartoffeln auf das Einpflanzen vorbereiten

Wie für das Einsetzen im Garten müssen auch die Kartoffeln für den Eimer oder Kübel vorgekeimt werden.

2. Pflanzgefäß vorbereiten

Zunächst werden eine Drainageschicht (ca. 10 cm) und eine Substratschicht (ca. 15 cm) in das Pflanzgefäß gefüllt.

3. Kartoffeln in den Eimer pflanzen

Auf das Substrat werden die vorgekeimten Kartoffeln gesetzt und leicht mit Erde bedeckt.

4. Pflege der Kartoffeln im Pflanzgefäß

  • Die Kartoffeln im Gefäß werden, wie die Kartoffeln im Garten, regemäßig weiter mit Erde bedeckt, damit nur die Triebspitzen hinausschauen
  • Dies wird solange fortgeführt, bis der Eimer oder der Kübel voll ist
  • Gießen sollte nach Bedarf erfolgen

Zwar benötigen die Kartoffeln Sonne, dennoch sollte der Eimer nicht komplett sonnig stehen damit sich der Boden nicht zu sehr erwärmt.

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