Stauden düngen – so wird es gemacht!

Stauden düngen
Durch das richtige düngen von Stauden kommen Sie zu üppigen Stauden im Garten

Das Düngen von Stauden bietet Haupt- und Spurennährstoffe für die Pflanzen. Bei den meisten Staudenpflanzen sterben die oberirdischen Teile zu Beginn der Winterzeit ab. Sie überwintern unter der Erde in ihren Wurzelstöcken, als Ausläufer oder Knollen. Von dieser reduzierten Form sprießen sie im folgenden Frühjahr ganz neu aus. Sie bildet Blätter, Stängel und Blüten von Grund auf neu. Einige Pflanzen treiben aus ihren Rhizomen nach der Überwinterung mehrere Meter in die Höhe. Für dieses vitale Wachstum und die drauffolgende Blütenpracht benötigen die Staudenpflanzen viele Nährstoffe. Nicht immer kann der Boden diese in ausreichendem Maße zur Verfügung stellen. Der überlegte und gezielte Einsatz von Düngemitteln kann zur Gesundheit der Pflanzen beitragen. Die Stauden lagern die Nährstoffe in ihren Rhizomen ein und nutzen diese gespeicherten Stoffe im Frühling für ihre Entwicklung.

Die verschiedenen Dünger für Stauden

Der deutsche Agrarwissenschaftler Carl Sprengel stellte zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Minimumgesetz auf. Nach diesem ist das Wachstum einer Pflanze durch die Ressource beschränkt, die am wenigsten vorhanden ist. Dies können Licht und Wasser, aber auch Nährstoffe sein. Eine Unterversorgung kann zu verschiedenen Mangelerscheinungen und sogar zum Eingehen der Pflanze führen. Einige Dünger können selbst hergestellt werden, andere sind im Fachhandel zu beziehen. Die verschiedenen Düngersorten für Stauden haben unterschiedliche Inhaltsstoffe und Aufgaben:

1. Organischer Dünger

Der organische Dünger basiert in den meisten Fällen auf tierischen oder pflanzlichen Ausgangsstoffen. Organische Dünger sind unter anderem die verschiedenen Mistsorten von Pferd bis Rind, sowie Feinkompost aus Laub oder Grünschnitt. Gülle, Fisch- und Knochenmehl und Klärschlamm gehören ebenfalls dazu. Die organischen Dünger sind vor allem wegen ihrer Langzeitwirkung beliebt und werden meist auch weniger schnell wieder aus dem Boden gewaschen. Ein Bestandteil dieser Dünger kann unter anderem Phosphorpentoxid sein. Es liefert den Pflanzen ein Oxid des Elementes Phosphor, das unter anderem eine Rolle beim Wurzelwachstum und der Krankheitsresistenz spielt. Generell wirkt Phosphor auch als Bodenstabilisator.

2. Organischer Langzeitdünger

Unter den organischen Düngern finden sich viele Langzeitdünger. Sie versorgen Stauden über einen langen Zeitraum mit einem konstanten Maß an Nährstoffen. Sie gehören zu den traditionell verwendeten Düngemitteln in der Landwirtschaft und können die Fruchtbarkeit eines Bodens verbessern. Der Trick der Langzeitdünger ist, dass sie langsam von Mikroorganismen zersetzt werden, die dadurch organische Stoffe produzieren. Diese werten den Boden nachhaltig auf. Da der Vorgang eine längere Zeit in Anspruch nimmt, muss ein Langzeitdünger in der Regel nur einmal im Jahr eingebracht werden. Der bekannteste Langzeitdünger sind Hornspäne und Hornmehl, die vor allem für einen erhöhten Stickstoffgehalt im Boden sorgen können. Dieser ist ein wichtiges Hauptnährstoffelement für Pflanzen und gilt als „Motor des Pflanzenwachstums“. Pellets aus Schafwolle und Guano eignen sich ebenfalls als organische Langzeitdüngung.

3. Mineralischer Dünger

Die mineralischen Dünger liegen oft in Form von Salzen vor. Die Produkte werden auch anorganische Dünger genannt und bestehen meist aus Mineralien wie zum Beispiel Kalk. Dieser wird eingesetzt um den pH-Wert des Bodens anzuheben und einer Versauerung entgegenzuwirken. Ein weiteres wichtiges Hauptnährelement für die Stauden ist das Kalisalz, das beispielsweise die Photosynthese positiv beeinflussen kann. Im Allgemeinen besitzen mineralische Dünger meist einen höheren Wirkstoffgehalt und bieten zudem eine schnellere Verfügbarkeit als organische Dünger.

Düngeabfolge für Stauden

Die meisten Stauden benötigen relativ wenig Düngung, doch nicht alle haben den gleichen Nährstoffhunger. Stark zehrende Staudenpflanzen haben einen höheren Düngerbedarf. Im Staudenbeet kommt hauptsächlich organischer Dünger zum Einsatz, aber abhängig von den Ansprüchen der Pflanzen und der Qualität des Bodensubstrates können auch mineralische Dünger genutzt werden.

1. Stauden düngen beim Einpflanzen

Vor dem Einsetzen von Stauden sollte der Boden mit einem organischen Dünger aufbereitet werden. Er wird bei der Lockerung der Erde mit der Grabgabel untergehoben und sichert eine langfristige und regelmäßige Nährstoffversorgung. Einige Staudenpflanzen haben besondere Nährstoffansprüche, die beachtet werden sollten. Gedüngt wird am besten nach einem Regenguss, wenn der Boden aufnahmefähig ist.

2. Jährliche Düngung von Stauden

Die jährliche Düngung von Stauden erfolgt im Frühjahr. Zum Einsatz kommen vor allem organische Dünger wie Kompost oder Hornmehl. Einige besonders stark zehrende Staudenpflanzen benötigen eine weitere Düngung im Sommer. Dies gilt auch für andere Stauden, wenn der Boden besonders leicht und durchlässig ist und deswegen die Nährstoffe schnell ausgespült werden können. Später sollte keine ausführliche Düngung mehr erfolgen, damit die Pflanze sich auf die Winterruhe vorbereiten kann.

3. Humus für Stauden

Für das Aufbringen von Humus sind viele Stauden dankbar. Dieser kann vor allem im Herbst auf das Staudenbeet gebracht werden und übernimmt dann gleich zwei Aufgaben: er schützt die Pflanzen vor den kalten Temperaturen und liefert im Frühling darauf die ersten Nährstoffe. Dann kann die Frühlingsdüngung wegfallen.

Stark zehrende Stauden

Die Gewächse mit hohem Nährstoffbedarf wachsen im Laufe des Sommers zu beeindruckenden Giganten im Garten heran. Für dieses Wachstum benötigen sie eine ausgewogene Nährstoffzufuhr.

Typische Starkzehrer sind unter anderem:

Überdüngung der Stauden vermeiden

Das optimale Düngen der Stauden sollte durchdacht und sparsam durchgeführt werden. Andernfalls können negative Folgen auftreten:

  • Wird zu viel auf einmal gedüngt, kann es zu einem Wachstumsschub kommen, der sich jedoch später ins Gegenteil wandelt.
  • Durch eine falsche Düngung können die Wurzelstöcke der Stauden zudem nachhaltig geschädigt werden.
  • Eine Überdüngung kann sich negativ auf die im Boden lebenden Organismen auswirken. Dies hat wiederum einen schädigenden Einfluss auf die Staudenpflanzen.
  • Von den Stauden nicht genutzter Dünger kann ins Grundwasser gelangen oder in Seen und Flüsse geschwemmt werden und unter anderem zu Algenblüten führen.

Dünger einsparen

Um Umwelt, Pflanzen und Geldbeutel zu schonen, kann man ein paar Tipps beachten und so Dünger einsparen.

1. Passender Standort

Die attraktiven Staudenpflanzen bieten eine breit gefächerte Vielfalt an Wuchsformen, Blütenfarben und Standortvorlieben. Wird der passende Standort für eine Staude gewählt, findet sie dort optimale Verhältnisse und benötigt für ein gesundes Wachstum weniger Dünger.

2. Bodensubstrat verbessern

Noch vor dem Einsetzen der Stauden sollte das Bodensubstrat verbessert werden. Dies lässt sich durch verschiedene Hilfsmittel erreichen. Lehmige Böden können mit Sand aufgelockert werden. Leichte Böden können durch die Beimengung von Mineralmehl mehr Speicherkapazität erhalten.

3. Gezielte Düngung durch Bodenanalyse

Im Fachhandel finden sich Dünger für Stauden, die viele verschiedene Komponenten enthalten oder nur einen speziellen Stoff. Durch eine Bodenanalyse kann festgestellt werden, was dem Boden fehlt und dann gezielt mit dem passenden Dünger gearbeitet werden. Für die professionelle Bodenanalyse kann man sich an entsprechende Labore wenden.

4. Staunässe vermeiden

Die meisten Stauden kommen mit Staunässe schlecht zurecht. Abflussmöglichkeiten sollten in diesem Fall unbedingt geschaffen werden. Das gilt für Stauden im Garten ebenso, wie für Pflanzen im Kübel. Wasser benötigen die Pflanzen dennoch – am sinnvollsten ist großzügiges Gießen einmal pro Woche.

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