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Pilliertes Saatgut - Samen in Pillenform

Mit dem Begriff pilliertes Saatgut werden Samenkörner bezeichnet, die mit einer Hüllmasse umgeben werden. Diese Hüllmasse kann aus organischen Stoffen und Bindemitteln bestehen und mit Düngemitteln, sowie mit Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden versetzt sein. Der Hersteller muss dies auf der Verpackung der Sämereien angeben. Das Pillieren ist eine besondere Form des bekannten Beizens von Saatgut. Es kann unter anderem bei den Sämereien von Zierpflanzen wie Mohn, aber auch bei Petersilie und anderen Kräutern, Arzneipflanzen oder bei Gemüsesamen wie von Möhren zum Einsatz kommen. Besonders bekannt ist das Pillensaatgut bei der Saat von Zuckerrüben.

Warum pilliertes Saatgut?

1. Einheitliche Erscheinung

Samenkörner können ein unterschiedliches Gewicht besitzen, ihre Größe kann variieren und auch ihre Form ist individuell – selbst, wenn sie der gleichen Sorte angehören. Durch die Ummantelung erhält das Saatgut eine einheitliche Erscheinung. Pillensaatgut wird meist rund oder oval geformt.

2. Vereinfachte Aussaat

Einheitliche physikalische Eigenschaften von Saatgut können vor allem die Aussaat mit Maschinen erleichtern. Müssen Pflanzen einen gewissen Abstand zu einander haben um richtig gedeihen zu können, müssen sie entsprechend in den Boden eingebracht werden – das Pillensaatgut besitzt für die Maschinen eine bessere „Griffigkeit“. Es lassen sich in maschinell mit dieser Methode besser einzelne Samenkörner einbringen, so dass diese später nicht aufwendig Vereinzelt werden müssen (Einzelkornsaat). Das ist unter anderem wichtig für den Anbau von Zuckerrüben. Kleine, zarte Sämereien beispielsweise erhalten durch die Ummantelung mehr Volumen und können so besser in den Boden gebracht werden. Pillensaatgut soll zudem zuverlässiger Keimen als herkömmliches Saatgut.

3. Schutz- und Nährmittel

Schutz- und Nährmittel können direkt mit in die Hüllmasse gebracht werden und den Samen von Beginn an zur Verfügung stehen. Es ist wenig Wirkstoff nötig um einen ganzen Hektar zu schützen und zu düngen, zudem wird der Wirkstoff direkt auf das Korn gebracht und nicht gespritzt – das ist eher umweltverträglich als andere Verfahren. Anlaufkrankheiten, die in einem frühen Stadium der Keimung oder bei den ersten Sprossen auftauchen, können durch den Einsatz einer Ummantelung mit entsprechenden Wirkstoffen vermieden werden.

Was gilt es bei Pillensaatgut zu beachten?

1. Verschiedene Formen des Pillensaatgutes

Die Pillierung kann entweder als volle Ummantelung (Vollpillierung), als dünnerer Mantel (Teilpillierung) oder als zarte Hülle (Minimalpillierung) auf das Samenkorn gebracht werden. Es ist auch möglich, dass sich in einer „Pille“ mehrere Samen verschiedener Pflanzensorten finden. Diese ausgefallene Anzuchttechnik kommt vor allem im Bereich der Zierpflanzen und Kräuter zum Einsatz. Die Basis der Ummantelung der pillierten Samenkörner kann aus Mehl von Papier, Holz, Lehm oder Stein gefertigt werden.

2. Pillensaatgut im Biogarten

Gärtner, die ihren Garten nach biologischen Richtlinien pflegen möchten, müssen sich sehr genau erkundigen, welche Inhaltsstoffe in der Ummantelung der Pillensamen zu finden sind. Es kann sich lediglich um eine Basisummantelung handeln oder es können Dünger und Pflanzenschutzmittelzugemischt sein.

3. Pillensaatgut braucht viel Wasser

Damit sich die Hüllmasse auflöst und das Korn keimen kann, benötigt das pillierte Saatgut vor allem zu Beginn der Keimzeit eine ausreichende Menge Wasser.

4. Unterschied zur Inkrustierung

Inkrusaaten (auch Coating Saatgut genannt) werden, wie das Pillensaatgut, mit einer Schutzschicht umhüllt. Zum Einsatz können beispielsweise Fungizide oder Insektizide kommen. Der Unterschied zum pillierten Saatgut ist, dass die Samenkörner ihre ursprüngliche Form behalten. Sie werden bei der Inkrustierung besonders gleichmäßig mit der Schutzhülle ummantelt. So fallen die Vorteile für die maschinelle Aussaat, mit denen das Pillensaatgut besticht, weg.

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