Koniferen vermehren – mit Geduld Pflanzen selbst ziehen

Die Koniferen sind eine Gruppe sehr beliebter Pflanzen für den Garten und die Pflege im Kübel. Sie zeichnen sich durch Schuppenblätter oder Nadeln aus, was ihnen auch den Namen Nadelgehölze einbrachte. Die attraktiven Koniferen werden gerne als Hecken zum Sichtschutz gepflanzt oder um private Rückzugsorte zu schaffen, doch auch als Gestaltungselement im Gartendesign sind die anspruchslosen Pflanzen beliebt. Ein besonderes Highlight bieten sie in Heide- oder Steingärten. Da die Nadelgehölze sowohl als alleinstehende Solitärpflanzen, als auch in Gruppen oder Hecken gepflegt werden, kann eine Vermehrung gefragt sein. Sie lässt sich mit vielen Koniferensorten selbst durchführen, erfordert jedoch etwas Zeit.

Stecklinge für die Vermehrung von Koniferen

Die Vermehrung der Nadelgehölze über Stecklinge bietet den Vorteil, dass auf diese Weise ein identischer Klon der Mutterpflanze erschaffen wird, der auch ihre Eigenschaften besitzt. So weiß man von vornherein, wie das Endergebnis sein wird. Allerdings ist auch etwas Geduld gefragt, denn bis beispielsweise ein Lebensbaum eine Höhe von eineinhalb Metern hat, kann es rund sieben Jahre dauern.

1. Eignen sich alle Nadelgehölze für die Stecklingsvermehrung?

Die verschiedenen Koniferenarten eignen sich unterschiedlich gut für die Vermehrung über Stecklinge. Geeignete Nadelhölzer für die Stecklingsvermehrung sind unter anderem Lebensbaum (Thuja), Scheinzypressen, Blaue Zypressen und die Eibe (diese allerdings eher mäßig).

2. Wann werden Koniferenstecklinge gewonnen?

Am besten werden die Stecklinge von Nadelgehölzen im Spätsommer gewonnen, dann haben die Triebe den besten Reifegrad um später austreiben zu können.

3. Welche Triebe eignen sich für die Stecklingsvermehrung?

Für die Vermehrung werden Triebe ausgewählt, die im gleichen Jahr gewachsen sind, in dem auch die Vervielfachung stattfinden soll. Sie sind noch nicht verholzt. Diese sogenannten einjährigen Triebe sollten sich an einem zweijährigen Holz befinden.

4. Welche Hilfsmittel benötigt man für die Stecklingsvermehrung? 

  • Sauberes Gartenmesser
  • Kleine Töpfe
  • Bewurzelungspulver auf Wunsch. Ein natürliches Bewurzelungspulver ist übrigens Holzasche, denn diese desinfiziert und schützt die Schnittstellen der Stecklinge.
  • Substrat: das Substrat sollte möglichst nährstoffarm, keimfrei und durchlässig sein. Ausgereifter Kompost vermischt mit Sand ist beispielsweise eine gute Basis. Es ist wichtig, dass die Erde keine Nährstoffe aufweist, weil der Steckling sonst viel Energie in die Entwicklung oberirdischen Grüns investieren würde. Zunächst ist es aber wichtig, dass ein vitales Wurzelsystem zur Versorgung entsteht. Wenn man die Anzuchterde selbst mischt, kann diese in der Mikrowelle erwärmt werden um Keime abzutöten. 

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Stecklingsvermehrung von Koniferen

Bei der Vermehrung der Nadelhölzer durch Stecklinge sollte immer etwas mehr gezogen werden als benötigt, denn es kann zu Ausfällen kommen.

1. Stecklinge abreißen

Zuerst wird ein passender Zweig für die Stecklingsgewinnung ausgewählt. Von diesem werden die einzelnen Triebe abgerissen (von der Spitze des Zweiges zum Stamm des Baumes hin). Durch das Abreißen bleiben die Teile des Triebes erhalten, die besonders zur Ausbildung neuer Zellen für die Wurzeln neigen.

2. Überschüssiges Holz entfernen

Durch das Abreißen befindet sich meist ein etwas längerer Holzspan am unteren Ende des Triebes, der mit einem Gartenmesser sauber gekürzt wird.

3. Untere Blätter entfernen

Am unteren Drittel des Stecklings (also auf der Seite des Schnittes) werden die Schuppenblätter entfernt. Meist lassen sie sich einfach abstreifen.

4. Oberes Drittel einkürzen

Das obere Drittel des Stecklings wird mit einem Gartenmesser sauber abgeschnitten. Auch die seitlichen Schuppenblätter können etwas gekürzt werden, so kann das Grün weniger Wasser verdunsten. Da der Trieb noch keine Wurzeln ausgebildet hat, könnte er sonst vertrocknen.

5. Koniferenstecklinge einsetzen

In die kleinen Töpfe wird das Substrat gefüllt. In dieses werden die Stecklinge hineingesteckt. Wer möchte, kann die Wurzeln zuvor mit Bewurzelungspulver behandeln.

6. Angießen

Zum Abschluss werden die Stecklinge angegossen. In Zukunft sollte der Boden immer wieder befeuchtet werden, wenn er zu trocken ist. Allerdings gilt es zu vermeiden die Pflanzen zu ertränken, sonst können diese faulen.

7. Standort für die Stecklinge

Die eingepflanzten Triebe der Nadelhölzer werden nun an einen geschützten Standort im Garten gestellt. Dieser sollte eher schattig und windgeschützt sein, sonst können die jungen Pflänzchen austrocknen oder abknicken. Wenn es zu windig ist, kann ein lichtdurchlässiges Gartenvlies zum Einsatz kommen. Sehr gut eignen sich auch Mini-Gewächshäuser. Sie lassen Licht durch ihren transparenten Deckel hindurch und sorgen für eine hohe Luftfeuchtigkeit. Im Winter sollten die Stecklinge einen Platz bekommen, an dem wenigstens 10°C herrschen. Regelmäßig sollten die Triebe auf Schimmel untersucht werden!

Nach ungefähr zwei bis drei Monaten haben die Pflänzchen meist Wurzeln geschlagen und können umgetopft werden.

Koniferen: Vermehrung über Samen

Neben der Stecklingsvermehrung gibt es auch die Möglichkeit, Nadelhölzer über Samen zu vermehren. Allerdings eignet sich diese Form der Vermehrung nur für ursprüngliche, nicht gezüchtete Sorten, denn anderenfalls könnten die aus dem Samen gezogenen Pflanzen völlig andere Eigenschaften als die Mutterpflanze aufweisen. Auch für die Vervielfältigung über Samen müssen Gärtner viel Zeit bis zur großen Pflanze einplanen. Geeignet für diese Vermehrung sind unter anderem Ursorten des Lebensbaums.

Koniferensamen gewinnen, stratifizieren und einpflanzen

Um Nadelgehölze selbst über Samen zu vermehren braucht man neben der richtigen Mutterpflanze auch ein entsprechendes nährstoffarmes Substrat und einen kühlen Platz für die Stratifikation.

1. Samen sammeln und lagern

Zunächst werden im Herbst die Zapfen von den Nadelhölzern gesammelt. Sie erhalten einen trockenen Lagerplatz.

2. Samengewinnung bei Koniferen

Nach einer Weile fallen die Samen einfach aus den Zapfen. Sie sollten weiterhin trocken aufbewahrt werden um einen Schimmelbefall zu vermeiden.

3. Stratifikation der Nadelholzsamen

Wenn das zeitige Frühjahr beginnt, müssen die Samen aus ihrer Vegetationsruhe geweckt werden. Dieser Vorgang wird als Stratifikation bezeichnet. Durch Kälte und Feuchtigkeit werden die Samen aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt.

  • Dafür werden sie in einen kleinen Topf mit keimfreiem, nährstoffarmem Substrat gegeben.
  • Sie erhalten einen Standort bei 2 °C bis 8 °C (beispielsweise im Kühlschrank, bei entsprechenden Temperaturen natürlich auch im Garten oder auf dem Balkon) – Frost dürfen sie allerdings nicht bekommen!
  • Hier verbleiben sie ein bis zwei Monate (regelmäßig kontrollieren!) 

4. Selbst gezüchtete Koniferen auspflanzen

Wenn sich an den stratifizierten Samen kleine Wurzeln bilden, sind sie bereit für das Auspflanzen im Garten oder im Kübel.

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